Der Ort

Klagbaumgasse 4, 1040
Ehemaliges Volksbad, heute Bezirksmuseum Wieden

Das Thema

Ende des 19. Jahrhunderts herrschen aufgrund des rapiden Wachstums der Stadt und der katastrophalen Wohnungsbedingungen für die ArbeiterInnenklasse elende hygienische Verhältnisse. Mangelnde Möglichkeiten für Körperhygiene und verschmutztes bzw. verseuchtes Wasser sorgen für Krankheiten und Seuchen. Um diese Missstände zu beheben und einen produktive ArbeiterInnenschaft zu gewährleisten, wird von Sozialreformern die Einrichtung sogenannter öffentlicher Volksbäder gefordert, in denen man zu erschwinglichen Preisen Duschen oder Baden kann. Das erste 1887 errichtete Volksbad in der Mondscheingasse wird positiv angenommen und bald darauf werden zahlreiche weitere Bäder gebaut. Technischer Fortschritt bei der Warmwasseraufbereitung und die Einrichtung der beiden Hochquellleitungen unterstützen den Aufbau eines engen Netzes von Badeeinrichtungen in der Stadt. Trotzdem war das Baden nicht vergleichbar mit heutigen Verhältnissen, da die Bäder oft überfüllt waren und wenig Platz an Intimität boten. Ende der 1950er verschwinden aufgrund der Innovationen beim Wohnbau zunehmend die öffentlichen Bäder. Heute existiert nur mehr ein einziges in Wien.

Zu Gast

Alina Strmljan. Historikerin, Kuratorin und ehrenamtliche Mitarbeiterin im Bezirksmuseum Wieden

Tipps

Zum Lesen:

  • Sonja Gruber, Alina Strmljan: Im Tröpferlbad. Kunstinterventionen. Verlag für moderne Kunst VfmK, Wien 2022


Zum Schauen:


Zum Hören:


Zum Besuchen:

  • Ausstellung „Auch für Nichtschwimmer. 100 Jahre Amalienbad und das Bäderwesen im roten Wien“. Waschsalon Karl-Marx-Hof, Halteraugasse 7, 1190 Wien; Ausstellungsdauer: 5.3.26-5.9.27;
  • Wiener Bezirksmuseum Wieden, Klagbaumgasse 4, 1040. Öffnungszeiten jeden Dienstag von 10-12.00 und Mittwoch von 16.30-18.30, Eintritt frei


Zum Duschen und
Baden: